Titanunverträglichkeit – was nun?

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Titanunverträglichkeit – was nun?2016-09-29T12:18:20+00:00

Titanunverträglichkeit

Zahnimplantate können die Lebensqualität deutlich verbessern. Sie ermöglichen Patienten bei fehlenden Zähnen eine optimale Kaufunktion, Ästhetik und unbeschwertes Sprechen.

Titan ist in der Regel gut verträglich, biokompatibel und daher für die meisten Menschen sehr gut verträglich. Beim Einbringen und Verweilen in der Mundhöhle können sich von der Oberfläche des Implantates Titanoxidpartikel lösen, die in das umliegende Gewebe eindringen. Das Immunsystem der meisten Menschen ignoriert diesen Vorgang. Einige Patienten jedoch reagieren darauf mit einer Entzündungsreaktion die unweigerlich zum Implantatverlust oder aber der Notwendigkeit der Implantatentfernung führt. Es liegt also keine Titanallergie im medizinischen Sinne vor sondern eine überschießende Immunreaktion des Körpers auf das Titan.

Mit einer modernen Laboruntersuchung kann man heute die Reaktionsbereitschaft des körpereigenen Immunsystems auf Titanoxidpartikel testen. Mit diesem Titanstimulationstest kann im Vorfeld eine Titanunverträglichkeit ausgeschlossen werden. Auch Unverträglichkeiten auf Knochenersatzmaterialien, verwendete Membranen, Nahtmaterial und alle in der Zahntechnik eingesetzten Materialien und Metalle können getestet werden und Allergien ausgeschlossen werden.

Man weiß heute, dass eine genetische Prädisposition für eine übersteigerte Reaktion auf Titan besteht. Diese Gene sind nicht bei jedem Menschen gleich und können ebenfalls anhand eines Genetischen Tests bestimmt werden.

Ein positiver Titanstimulationstest stellt noch lange keine Kontraindikation zur Implantation dar. Es gibt heutzutage weitreichende Alternativen zum Beispiel aus Keramik oder Hochleistungskunststoffen wie PEEK welche auch erfolgreich in der Wirbelsäulenchirurgie eingesetzt werden. Wichtig ist es, das erhöhte Risiko zu kennen, um frühzeitig vor der Implantation darauf reagieren zu können oder andere Risikofaktoren zu minimieren.